Standortpolitik

27.09.2018 - 15:03 Uhr

IHK-Würzburg-Schweinfurt: "Das Problem zieht sich durch alle Branchen"

"Unseren Unternehmen gehen Wirtschaftsflächen aus"

Der Wirtschaft gehen zunehmend die Flächen für Produktion, Gewerbe und Dienstleistungen aus. „Bei uns melden sich immer mehr Unternehmen, deren Ansied

„Das Problem zieht sich faktisch durch alle Branchen. Es darf nicht unterschätzt werden. Die regionale Flächenpolitik gehört zu den wichtigsten Standortfaktoren. Wenn sich in unserer Region im wahrsten Sinne des Wortes kein Platz mehr für neue Investitionen findet, bleiben sie aus. Erweiterungen oder Neugründungen finden dann woanders statt,“ erläutert Dr. Genders.

Auch die Wohnungsnot beschäftigt viele Betriebe: „Die ohnehin schwierige Suche nach Fachkräften verschärft sich angesichts fehlender Wohnungen noch mehr“, so Dr. Genders. „Wir müssen uns deshalb viel intensiver mit der intelligenten Nutzung von Flächen zum Wohnen und Wirtschaften beschäftigen. Vor allem darf beides nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ Mit der Fokussierung der Politik auf den Wohnungsbau drohe sich der bereits gravierende Mangel insbesondere an Gewerbe- und Industrieflächen noch weiter zu verstärken: „Von den vorhandenen Siedlungs- und Verkehrsflächen in Bayern steht den Betrieben bereits heute nur rund zehn Prozent für Gewerbe und Industrie zur Verfügung, auf das Wohnen entfällt mehr als doppelt so viel.“

Betroffen von der Flächenmisere sind insbesondere viele erfolgreiche mittelständische Unternehmen. „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel, damit die Interessen von Unternehmen bei der Raum- und Flächenplanung angemessen berücksichtigt werden,“ so Dr. Genders.

Auch die Wirtschaft ist nach den Worten von Dr. Genders bereit ihren Beitrag zu leisten. „Es gibt beispielsweise bereits eine ganze Reihe von kreativen Lösungen, wie mehrgeschossige Produktions- und Lagerhallen.“ Die IHKs haben gemeinsam mit dem DIHK ein Acht-Punkte-Papier mit konkreten Lösungsansätzen entwickelt, das heute in Berlin vorgestellt wird. 

 „Ein Schlüssel zur Lösung des Problems liegt in der stärkeren Kooperation von Stadt und Umland. Unsere Städte, Gemeinden und Kreise sind gefordert, Gewerbeflächen verstärkt über kommunale Grenzen hinweg auszuweisen und so ihre Flächenreserven optimal zu nutzen. Aber auch die Bundespolitik muss ihre Hausaufgaben machen. Die beim Bundesbauministerium vorhandenen Instrumente zur Städtebauförderung sollten dies stärker berücksichtigen.“

Das DIHK-Papier finden Sie nachfolgend als Download.