Standortpolitik

31.07.2018 - 10:12 Uhr

IHK bezieht Stellung zur geplanten Multifunktionsarena

Chance und Risiko für Würzburg

Würzburg – Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Bezirksausschusses Würzburg, des Verkehrsausschusses und des Handels- und Dienstleistungsausschusses der IHK hat sich mit den Planungen für eine Multifunktionsarena in Würzburg befasst.

„Grundsätzlich begrüßt die Unternehmerschaft das Vorhaben als wichtigen Baustein für die Entwicklung des Regionalzentrums Würzburg und der Regiopolregion Mainfranken“, erläutert Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt und Geschäftsführer des IHK-Bezirksausschusses Würzburg. „Allerdings besteht die Befürchtung, dass das Vorhaben zu einer übermäßigen Belastung des lokalen Straßenverkehrs führt. Außerdem sollte das geplante Parkplatzangebot erheblich erweitert werden.“  

„Weicher Standortfaktor“

Einig waren sich die Unternehmer, dass die Multifunktionsarena ein einzigartiges Vorhaben für Mainfranken ist und die Strahlkraft der Regiopolregion erhöht. Würzburg würde als Kultur- und Tourismusstandort gestärkt, wovon auch das Gast- und Beherbergungsgewerbe profitiere. Als „weicher Standortfaktor“ trage das Vorhaben zur Attraktivität der Wohn- und Arbeitsregion bei, leiste somit einen Beitrag im Wettbewerb um Fachkräfte und könne neue Besucher durch Messen und Veranstaltungen in die Stadt locken, heißt es in der IHK-Stellungnahme. „Positiv sehen die Unternehmer außerdem, dass die Arena auf einer innerstädtischen Brachfläche gebaut werden soll, es werden also keine Freiflächen im Außenbereich versiegelt“, hebt Deinhard einen weiteren Aspekt hervor.        

Verkehrliche Erschließung muss überdacht werden  

Obwohl die Unternehmer die Multifunktionsarena überwiegend befürworten, besteht aus ihrer Sicht in zentralen Punkten Nachbesserungsbedarf bei der Planung. Dies betreffe insbesondere die verkehrliche Erschließung des geplanten Standorts. Zwar ist eine Anbindung an das Straßenbahn- und Busnetz gegeben, allerdings sei fraglich, ob die heutigen ÖPNV-Kapazitäten dem hohen Besucherandrang bei Veranstaltungen genügen. Zudem befürchten die Unternehmensvertreter, dass sich die ohnehin angespannte Verkehrssituation ausgehend von der Schweinfurter Straße weiter verschärft. „Ansässige Unternehmer berichten bereits jetzt von einer starken Verkehrsbelastung, nicht nur während der „Rush Hour“. Ein Verkehrskollaps bei Events in der Multifunktionsarena muss unbedingt verhindert werden“, betont die IHK. Möglich wäre dies durch die Einrichtung von Park-&-Ride-Plätzen an allen Einfahrtsstraßen nach Würzburg sowie auf dem Gelände der ehemaligen Faulenbergkaserne mit entsprechend leistungsfähiger Anbindung über den öffentlichen Nahverkehr.    

Nachholbedarf in der Parkraumplanung  

Kritik üben die Unternehmer zudem am Parkraumgutachten. Dieses verweist auf 2.500 Parkplätze in der näheren Umgebung des Arenastandorts. Auf dem Gelände selbst soll ein Parkhaus mit lediglich 420 Stellplätzen errichtet werden – zu wenig, befinden die IHK-Ausschussmitglieder, denn diese Parkmöglichkeiten nehmen auch andere Besucher und Dauerparker in Anspruch. „Bei Konzerten mit bis zu 8.000 Besuchern wäre das Stellflächenangebot unzureichend. Die Unternehmer fordern daher, dass das Parkhaus größer dimensioniert wird. Außerdem braucht es ein intelligentes Parkleit- und Ampelsystem, um Such- beziehungsweise Stopp-and-Go-Verkehre einzudämmen. Schließlich ist die Stadt Würzburg aktuell ja auch bemüht, die Luftreinhaltung zu verbessern“, fasst Deinhard eine zentrale Forderung der IHK-Stellungnahme zusammen.   Als Träger öffentlicher Belange war die IHK Würzburg-Schweinfurt durch die Stadtverwaltung aufgerufen, die Sicht der Wirtschaft in den Planungsprozess einzubringen.  

Information:
Dr. Christian Seynstahl
Tel. 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de