Presse

21.03.2019 - 11:12 Uhr

Regionale IHK-Bildungsbilanz 2018

Mehr Digitalisierung und weniger Fachkräfte

Die mainfränkische IHK hat die Bildungsbilanz des vergangenen Jahres vorgestellt.

Die mainfränkischen Unternehmen haben im Jahr 2018 insgesamt 4.008 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen - ein Plus von 8,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuelle Themen bleiben der Fachkräftemangel und die zunehmende Digitalisierung.  

„Trotz einer sehr positiven Entwicklung bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen konnten die Unternehmen bayernweit tausende Ausbildungsplätze nicht besetzen.“, erklärt Max-Martin W. Deinhard, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer. Das gilt analog auch für die Region Mainfranken. Bereits seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Schulabgänger deutlich, zusätzlich streben die Jugendlichen vermehrt auf weiterführende Bildungswege wie Universitäten und Fachhochschulen. Dies führt in Verbindung mit der guten konjunkturellen Lage dazu, dass Unternehmen ihren Bedarf an Fachkräften nicht decken können. Vor allem der bereits fehlende Azubi-Nachwuchs bereitet vielen Betrieben mit Blick auf die Zukunft schon heute Sorgen. „Eine Berufsausbildung bietet nicht nur optimale Voraussetzungen, um junge Menschen auf die betrieblichen Herausforderungen von morgen vorzubereiten, sondern auch sehr gute Karrierechancen“, so Deinhard.          

Digitalisierung verändert Prozesse  

Viele Unternehmen bewegt die fortschreitende Digitalisierung. Sie bietet die Chance, bestehende Prozesse zu überdenken und neu zu strukturieren. „Digitalisierung betrifft alle, wer sich verschließt, wird auf Dauer nicht wettbewerbsfähig bleiben“, ist sich Deinhard sicher. Die IHK unterstützt die Firmen deshalb mit zahlreichen Weiterbildungsangeboten im Bereich „Digitalisierung“. Ein Angebot ist beispielsweise der Lehrgang „Manager Digitalisierung (IHK)“, er will Unternehmer befähigen, die Digitalisierung in ihren Betrieben voranzutreiben und umzusetzen.   Neu startete 2018 beispielsweise auch der Lehrgang „Geprüfter Industrietechniker – Maschinenbau“. Das Besondere: Der Lehrgang wird in Kooperation mit den IHK-Akademien Nürnberg und Regensburg durchgeführt. Die drei Anbieter teilen sich den Unterricht, die Teilnehmer müssen aber – außer in den Vollzeitwochen in Nürnberg – keine größeren Fahrwege auf sich nehmen. Der Unterricht wird von der gastgebenden IHK per Video an die beiden anderen Standorte übertragen.  

Speziell für die Bereiche Logistik, Instandhaltung und Produktion, hat die IHK gemeinsam mit Bosch Rexroth den Zertifikatslehrgang „Industriefachkraft 4.0 (IHK)“ entwickelt. Der Lehrgang befähigt die Teilnehmer dazu, das Industrie-4.0-Potenzial im eigenen Unternehmen zu erkennen und umzusetzen. Weitere Lehrgänge unter dem Titel „Industriefachkraft“ mit den Schwerpunkten Hydraulik, CNC und Steuerungstechnik folgen. Mit der Kooperation gewährleistet die IHK zukünftig eine praxisnahe Umsetzung der angebotenen Lehrgangsinhalte und erweitert zudem ihre Zielgruppe.  

Neues IHK-Bildungszentrum in Würzburg  

Der Bedarf an beruflicher Weiterbildung in der Region wächst seit Jahren. Rund 5.600 Weiterbildungsteilnehmer und 3.600 Prüfungsteilnehmern zählte die IHK im vergangenen Jahr. Dieser seit Jahren steigenden Entwicklung hat die IHK Rechnung getragen und das Bildungszentrum am Standort Würzburg renoviert und um 250 Seminarplätze erweitert. Zur Standardausstattung zählen neben Smart-Boards und Displays auch kostenfreies WLAN.                          

Integration von Flüchtlingen in Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Die Qualifizierung von Flüchtlingen bleibt ein zentrales Thema. Neben den Sprach- und Integrationskursen, liegt der Fokus nun auf der beruflichen Qualifizierung. Damit geht die IHK den nächsten Schritt, Migranten auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und entsprechen zu qualifizieren. „Rund 520 Teilnehmer konnten 2018 in Sprach- und Integrationskursen geschult und somit auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden“, informiert Deinhard. Derzeit befinden sich 208 Flüchtlinge in Mainfranken in einem IHK-Ausbildungsverhältnis, 32 absolvieren eine Einstiegsqualifizierung. Auch eine Beratung zur Anerkennung von bereits im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen bietet die IHK an. Der vollständige Bildungsreport 2018 ist online abrufbar unter www.wuerzburg.ihk.de/bildungsreport

Information:
Maresa Pfeuffer
Tel.: 0931 4194-310
E-Mail: maresa.pfeuffer@ wuerzburg.ihk.de