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18.12.2018 - 14:02 Uhr

Brexit-Hängepartie

IHK warnt vor ungeordnetem Brexit

Würzburg – In rund 100 Tagen verlässt Großbritannien die Europäische Union (EU) – voraussichtlich.

Trotz des wachsenden Zeitdrucks will das britische Parlament über das Brexit-Abkommen erst Ende Januar 2019 abstimmen. Über diese Brexit-Hängepartie zeigt sich die mainfränkische IHK besorgt: „Wirtschaft und Bürgern droht ab April 2019 ein völliges Chaos“, warnt Professor Dr. Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Das Vereinigte Königreich zählt zu den Top-7-Handelspartnern der bayerischen Wirtschaft hinter Ländern wie den USA oder China. Der Handelsvolumenanteil beträgt mehr als zwei Milliarden Euro (2017). Nachdem die bayerische Wirtschaft mehr als 56 Prozent ihres Handelsvolumens im EU-Binnenmarkt abwickelt, ist das Vereinigte Königreich auch innerhalb der EU ein Top-Handelspartner.  

„Wird bis zum 29. März 2019 kein Austrittsabkommen mit Übergangsfrist verhandelt, drohen Bürgern und Wirtschaft Grenzkontrollen und Zollabfertigung. Der rechtliche Status von EU-Bürgern in Großbritannien und Briten in der EU wäre ungeregelt, Chaos ist dann vorprogrammiert“, warnt der IHK-Haupt­geschäftsführer. Schon jetzt sei sicher, dass der Ausstieg der Briten aus der EU aufgrund zusätzlicher Zölle, Bürokratie und Risiken zu einer immensen Kostenbelastung wird. „Es ist nicht mehr viel Zeit für notwendige Anpassungsmaßnahmen, der Druck auf die Unternehmen wächst von Tag zu Tag, das ist Gift für die Wirtschaft. Ungewissheit über den Brexit stellt einen der größten Konjunkturkiller für die Zukunft dar“, warnt Professor Jahn. Unternehmen sollten sich jetzt schnell auf die unterschiedlichen Ausstiegsszenarien vorbereiten. Hierfür hat die IHK auf Ihrer Website unter www.wuerzburg.ihk.de/brexit einen Brexit-Check zur Verfügung gestellt.  

Information:
Kurt Treumann
Tel.: 0931 4194-353
E-Mail: kurt.treumann@ wuerzburg.ihk.de